Wenn im Winter plötzlich die Heizung ausfällt, ist die erste Reaktion oft: Wie bekomme ich die Wohnung jetzt schnell wieder warm? Bevor du jedoch einen Heizlüfter anschließt, Kerzen aufstellst oder an der Heizungsanlage arbeitest, solltest du zuerst klären, was genau ausgefallen ist und ob eine unmittelbare Gefahr besteht.
Für die ersten Stunden brauchst du meist keine improvisierte Ersatzheizung. Wichtiger sind eine schnelle Störungsmeldung, das Bewahren der vorhandenen Raumwärme und Maßnahmen, die deinen Körper warm halten. Warme Kleidung, Decken und ein Schlafsack helfen dabei oft mehr als riskante Heizversuche.
Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, was du bei einem Heizungsausfall in der Wohnung tun kannst, wie du sicher Wärmeverluste begrenzt und welche Lösungen du besser nicht verwendest.
- Prüfe zuerst, ob nur ein Heizkörper, die ganze Wohnung oder das gesamte Haus betroffen ist.
- Bei Gasgeruch, Rauch, einem CO-Alarm oder austretendem Wasser gilt: Abstand halten, Gebäude verlassen und Hilfe rufen.
- Melde den Ausfall in einer Mietwohnung unverzüglich der Hausverwaltung oder dem Vermieter.
- Halte dich möglichst in einem Raum auf, schließe Innentüren und nutze mehrere Kleidungsschichten, Decken oder einen Schlafsack.
- Lüfte weiterhin kurz und kräftig. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Wohnung unnötig aus.
- Grill, Campingkocher, Teelichtofen und Backofen sind keine sicheren Raumheizungen.
- Ein elektrisches Heizgerät darf nur sicher, beaufsichtigt und direkt an einer geeigneten Wandsteckdose betrieben werden.
- Die kurze Antwort
- Was solltest du in den ersten Minuten tun?
- Wie kannst du den Ausfall eingrenzen?
- Wann ist ein Heizungsausfall ein Notfall?
- Wen solltest du informieren?
- Wie bleibt die Wohnung ohne Heizung möglichst warm?
- Wie lange bleibt eine Wohnung ohne Heizung warm?
- Solltest du trotz Heizungsausfall lüften?
- Was tun, wenn die Heizung nachts ausfällt?
- Wer braucht besonders schnell eine warme Alternative?
- Ist ein elektrisches Heizgerät sinnvoll?
- Welche Heizlösungen sind gefährlich?
- Wie schützt du Wohnung und Leitungen?
- Welche Hilfsmittel sind sinnvoll?
- Was gilt bei gleichzeitigem Strom- oder Wasserausfall?
- Was sollten Mieter dokumentieren?
- Checkliste für den Heizungsausfall
- Fazit
- FAQ
- Weiterführende Artikel
Die kurze Antwort: Heizung ausgefallen – was tun?
Wenn die Heizung ausgefallen ist, prüfst du zuerst mögliche Gefahren und den Umfang der Störung. Danach meldest du den Defekt, notierst die Raumtemperatur und hältst die vorhandene Wärme in einem möglichst gut geeigneten Aufenthaltsraum.
Ziehe mehrere trockene Kleidungsschichten an, nutze Decken oder einen Schlafsack und halte Türen zu wenig genutzten Räumen geschlossen. Ein elektrischer Heizlüfter kann bei weiterhin funktionierender Stromversorgung höchstens eine vorübergehende Zusatzlösung sein. Er muss frei stehen, beaufsichtigt werden und direkt an einer geeigneten Wandsteckdose angeschlossen sein.
Verwende niemals einen Holzkohlegrill, Campingkocher, Generator oder ein nicht ausdrücklich für Innenräume zugelassenes Verbrennungsgerät in der Wohnung. Auch ein Teelichtofen ist keine sichere Ersatzheizung.
Was solltest du bei einem Heizungsausfall zuerst tun?
In den ersten Minuten geht es nicht darum, sofort eine alternative Heizung zu finden. Eine ruhige Prüfung hilft dir, eine kleine Störung von einem größeren Ausfall oder einer Gefahrensituation zu unterscheiden.
- Auf Warnzeichen achten: Riechst du Gas, siehst du Rauch, hörst du einen CO-Warner oder tritt Wasser an der Heizung aus?
- Umfang prüfen: Ist nur ein Heizkörper kalt oder funktionieren mehrere Heizkörper und die Warmwasserversorgung nicht?
- Nachbarn fragen: Betrifft die Störung weitere Wohnungen oder das gesamte Gebäude?
- Temperatur notieren: Miss die Raumtemperatur und schreibe Uhrzeit und Raum dazu.
- Störung melden: Informiere Vermieter, Hausverwaltung, Hausmeister oder den zuständigen Heizungsfachbetrieb.
- Wärme bewahren: Schließe Türen, ziehe dich wärmer an und wähle einen gemeinsamen Aufenthaltsraum.
- Informationen verfolgen: Bei einem Strom- oder Versorgungsausfall können Netzbetreiber, Kommune oder Warn-Apps Hinweise geben.
Wenn die Wohnung noch angenehm warm ist, hast du meist etwas Zeit für eine geordnete Vorgehensweise. Nutze diese Zeit, um die Ursache zu klären und eine Lösung zu organisieren, bevor die Räume stärker auskühlen.
Wie kannst du prüfen, warum die Heizung nicht funktioniert?
Ein kalter Heizkörper bedeutet nicht automatisch, dass die komplette Heizungsanlage ausgefallen ist. Mit einigen gefahrlosen Beobachtungen lässt sich die Störung oft besser beschreiben.
- Nur ein Heizkörper ist kalt: Prüfe, ob das Thermostat versehentlich auf einer sehr niedrigen Stufe steht. Funktionieren andere Heizkörper, liegt wahrscheinlich keine vollständige Störung vor.
- Alle Heizkörper sind kalt: Frage Nachbarn und prüfe, ob es eine Mitteilung der Hausverwaltung oder des Versorgers gibt.
- Warmwasser fehlt ebenfalls: Das kann auf eine gemeinsame Störung der zentralen Anlage oder der Therme hindeuten.
- Das Display zeigt einen Fehler: Fotografiere oder notiere den Fehlercode. Wiederholtes Zurücksetzen ohne Kenntnis der Ursache ist keine gute Lösung.
- Im Haus ist der Strom ausgefallen: Auch Gas-, Öl- und Fernwärmeanlagen benötigen häufig Strom für Steuerung, Pumpen oder Zündung.
- Nur deine Wohnung ist betroffen: Informiere die zuständige Stelle und beschreibe genau, was funktioniert und was nicht.
Öffne keine Verkleidung einer Therme und arbeite nicht an Gasleitungen, Brennern, elektrischen Anschlüssen oder unbekannten Ventilen. Ein Fehlercode ist eine hilfreiche Information für den Fachbetrieb, aber keine Aufforderung zur Reparatur in Eigenregie.
Solltest du den Heizkörper selbst entlüften?
Ein gluckernder oder nur teilweise warmer Heizkörper kann Luft enthalten. Bei einem vollständigen Heizungsausfall hilft Entlüften jedoch meist nicht. Falsch ausgeführtes Entlüften kann außerdem den Anlagendruck verändern oder Wasser austreten lassen.
In einer Mietwohnung solltest du dich deshalb an die Vorgaben der Hausverwaltung halten. Wenn du das Verfahren nicht sicher kennst oder die gesamte Anlage kalt ist, warte auf eine fachkundige Prüfung.
Wann ist eine ausgefallene Heizung ein Notfall?
Eine kalte Heizung allein ist normalerweise kein Grund für den Notruf. Bestimmte Warnzeichen können jedoch auf Gas, Kohlenmonoxid, einen Brand oder einen größeren Wasserschaden hindeuten.
- Keine Flammen, Streichhölzer, Feuerzeuge oder Zigaretten verwenden.
- Keine Lichtschalter, Stecker, Klingeln oder elektrischen Geräte betätigen.
- Wenn gefahrlos möglich, Fenster und Türen von Hand öffnen. Keinen Ventilator und keine Dunstabzugshaube einschalten.
- Mitbewohner durch Klopfen oder Rufen warnen, nicht klingeln.
- Das Gebäude verlassen.
- Den Bereitschaftsdienst des Gasnetzbetreibers oder die Feuerwehr erst von außerhalb anrufen.
Was ist bei einem CO-Alarm zu tun?
Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, ungewöhnliche Müdigkeit oder ähnliche Beschwerden bei mehreren Personen können ein Warnzeichen sein, besonders wenn ein Verbrennungsgerät betrieben wird.
Wenn ein CO-Warner auslöst oder ein begründeter Verdacht besteht, verlasse den betroffenen Bereich sofort, warne andere Personen und rufe von draußen die 112. Gehe nicht zurück, bevor Feuerwehr oder Fachkräfte den Bereich freigegeben haben.
Was gilt bei Rauch oder austretendem Wasser?
Bei Rauch oder Feuer bringst du dich in Sicherheit und rufst die Feuerwehr. Bei austretendem Wasser solltest du elektrische Geräte und nasse Anlagenteile nicht berühren. Informiere umgehend Hausverwaltung oder Notdienst. Betätige nur Absperreinrichtungen, die du eindeutig kennst und gefahrlos erreichen kannst.
Wen solltest du bei einem Heizungsausfall informieren?
In einer Mietwohnung ist normalerweise der Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung der erste Ansprechpartner. Viele Verwaltungen nennen außerhalb der Bürozeiten eine Notfallnummer. Im Mehrfamilienhaus kann auch der Hausmeister wissen, ob bereits ein Fachbetrieb beauftragt wurde.
- Mietwohnung: Vermieter, Hausverwaltung oder angegebener technischer Notdienst.
- Eigene Heizungsanlage: Heizungsfachbetrieb oder Wartungsunternehmen.
- Fernwärme: Störungsseite oder Bereitschaftsdienst des Versorgers prüfen.
- Stromausfall: Netzbetreiber beziehungsweise dessen Störungsauskunft nutzen.
- Gasgeruch: Gasnetzbetreiber oder Feuerwehr ausschließlich von außerhalb kontaktieren.
- Akute Gefahr für Menschen: Notruf 112.
Beschreibe knapp, seit wann die Heizung nicht funktioniert, welche Räume betroffen sind, welche Temperatur du gemessen hast und ob Warmwasser oder Strom ebenfalls fehlen. Nenne einen angezeigten Fehlercode, ohne selbst an der Anlage zu arbeiten.
Wie kannst du die Wohnung ohne Heizung warm halten?
Wenn die Heizung ausgefallen ist, kannst du keine neue Wärme herbeizaubern. Du kannst aber verhindern, dass vorhandene Wärme unnötig schnell verloren geht, und dafür sorgen, dass dein Körper warm bleibt.
Einen Aufenthaltsraum wählen
Wähle möglichst einen innen liegenden, gut geschützten Raum, der sich noch angenehm anfühlt. Halte dich dort gemeinsam mit anderen Haushaltsmitgliedern auf und schließe die Türen zu Flur, Küche und wenig genutzten Zimmern. So verteilt sich die verbliebene Wärme nicht auf die gesamte Wohnung.
Schließe am Abend Rollläden und Vorhänge, solange dadurch keine Heizkörper verdeckt werden, die später wieder in Betrieb gehen. Ein zusammengerolltes Handtuch oder ein Zugluftstopper vor einer undichten Innentür kann helfen. Vorgesehene Lüftungsöffnungen, Abluftöffnungen oder Zuluftgitter dürfen jedoch nicht verschlossen werden.
Den Körper statt des ganzen Raums wärmen
- Mehrere lockere Kleidungsschichten tragen.
- Trockene Socken und bei Bedarf eine Mütze verwenden.
- Mit Decken oder einem Schlafsack Körperwärme festhalten.
- Nicht direkt auf einem kalten Boden sitzen oder schlafen.
- Sich regelmäßig leicht bewegen, ohne stark zu schwitzen.
- Warme alkoholfreie Getränke trinken, wenn sie sicher zubereitet werden können.
- Nasse Kleidung sofort gegen trockene Kleidung tauschen.
Alkohol vermittelt zwar kurzfristig ein Wärmegefühl, erweitert aber die Blutgefäße und kann den Wärmeverlust erhöhen. Er ist deshalb keine sinnvolle Maßnahme gegen Kälte.
Hilft es, alle in einen Raum zu holen?
Ja, für eine begrenzte Zeit kann ein gemeinsamer Aufenthaltsraum sinnvoll sein. Menschen und Haustiere geben Wärme ab, und weniger geöffnete Türen bedeuten geringere Wärmeverluste. Der Raum muss trotzdem regelmäßig kurz gelüftet werden. Bei vielen Personen steigt außerdem die Luftfeuchtigkeit schneller.
Wie lange bleibt eine Wohnung ohne Heizung warm?
Dafür gibt es keine verlässliche allgemeine Stundenzahl. Eine gut gedämmte Wohnung in einem bewohnten Mehrfamilienhaus kann Wärme deutlich länger halten als eine Dach- oder Eckwohnung in einem älteren Gebäude.
- Außentemperatur, Wind und Sonneneinstrahlung
- Dämmung, Fenster und Größe der Außenflächen
- Lage der Wohnung im Gebäude
- Temperatur der angrenzenden Wohnungen
- Ausgangstemperatur und Dauer des Ausfalls
- Anzahl der Personen und geöffnete Türen
- Lüftungsverhalten und Luftfeuchtigkeit
Verlasse dich deshalb nicht auf Aussagen wie „Die Wohnung bleibt einen Tag warm“. Miss die Temperatur im Aufenthaltsraum und beobachte die Entwicklung. Ein einzelner Wert ist weniger aussagekräftig als eine Reihe aus Messwert, Uhrzeit und Raum.
Notiere zum Beispiel morgens, mittags, abends und vor dem Schlafengehen die Temperatur. Schreibe dazu, in welchem Raum und an welcher Stelle du gemessen hast. Stelle das Thermometer nicht direkt ans Fenster, auf den Heizkörper oder in die Sonne.
Wenn die Temperatur stetig sinkt und sich Personen trotz warmer Kleidung nicht mehr ausreichend warm halten können, solltest du frühzeitig einen beheizten Aufenthaltsort organisieren. Warte bei Babys, älteren, kranken oder pflegebedürftigen Menschen nicht bis tief in die Nacht.
Solltest du trotz Heizungsausfall lüften?
Ja. Auch bei ausgefallener Heizung müssen verbrauchte Luft und Feuchtigkeit aus der Wohnung. Dauerhaft gekippte Fenster sind jedoch ungünstig, weil Wände und Räume stark auskühlen können.
- Fenster für wenige Minuten weit öffnen.
- Währenddessen Türen zu anderen Räumen schließen.
- Nach dem Lüften die Fenster vollständig schließen.
- Nach Kochen, Duschen oder vielen Personen im Raum besonders auf Feuchtigkeit achten.
- Ein Thermo-Hygrometer nutzen, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu beobachten.
- Fest eingebaute Lüftungsöffnungen niemals abdichten.
Wenn ein ordnungsgemäß installiertes Verbrennungsgerät in Betrieb ist, sind die Herstellerangaben zur Luftzufuhr und zum Lüften zwingend. Lüften allein macht einen Grill, Campingkocher oder ein nicht für Innenräume zugelassenes Heizgerät jedoch nicht sicher.
Was tun, wenn die Heizung nachts ausfällt?
Ein nächtlicher Ausfall ist unangenehm, aber nicht automatisch gefährlich. Prüfe zunächst Gasgeruch, Rauch, Wasser und CO-Warner. Wenn keine akute Gefahr besteht, informiere die angegebene Notfallstelle und bereite den wärmsten Raum für die Nacht vor.
- Zusätzliche Decken oder einen passenden Schlafsack nutzen.
- Trockene Schlafkleidung und Socken anziehen.
- Matratze oder Bett nicht direkt an eine sehr kalte Außenwand schieben.
- Telefon laden und Notfallnummern bereithalten.
- Temperatur vor dem Schlafen und nach dem Aufwachen notieren.
- Kein Heizgerät unbeaufsichtigt über Nacht laufen lassen.
- Keine Kerzen als dauerhafte Licht- oder Wärmequelle neben dem Bett verwenden.
Wenn kleine Kinder, ältere Menschen oder Personen mit Erkrankungen betroffen sind und die Wohnung deutlich auskühlt, ist ein beheizter Ersatzort oft die bessere Entscheidung. Organisiere ihn möglichst, bevor Straßen glatt werden, der öffentliche Verkehr eingeschränkt ist oder alle schlafen.
Wer braucht bei Kälte besonders schnell eine warme Alternative?
Nicht alle Menschen können ihre Körpertemperatur gleich gut halten oder selbstständig auf eine kälter werdende Wohnung reagieren. Für einige Haushalte sollte deshalb schon bei einem absehbar längeren Heizungsausfall ein Plan B bereitstehen.
- Babys und kleine Kinder
- Ältere oder gebrechliche Menschen
- Menschen mit chronischen Erkrankungen
- Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit
- Menschen, die auf Pflege, Hilfsmittel oder regelmäßige Unterstützung angewiesen sind
- Personen mit nasser Kleidung oder deutlicher Erschöpfung
Starkes oder anhaltendes Kältezittern, zunehmende Müdigkeit, Verwirrtheit, verlangsamte Reaktionen oder Bewusstseinsstörungen können auf eine Unterkühlung hindeuten. Bringe die betroffene Person aus der Kälte und rufe bei Verdacht auf eine Unterkühlung beziehungsweise bei bedrohlichen Symptomen die 112. Bei einer tatsächlichen Unterkühlung sind kräftiges Reiben und direkte starke Wärme keine geeigneten Erste-Hilfe-Maßnahmen.
Ist ein elektrisches Heizgerät bei Heizungsausfall sinnvoll?
Ein modernes elektrisches Heizgerät kann einen einzelnen Raum vorübergehend erwärmen, wenn die Stromversorgung stabil ist und das Gerät sicher betrieben werden kann. Es ersetzt aber keine Reparatur der Heizungsanlage und verbraucht viel Strom.
- Nur ein unbeschädigtes Gerät mit lesbarer Bedienungsanleitung verwenden.
- Das Gerät standsicher auf einer freien, ebenen Fläche aufstellen.
- Abstände zu Vorhängen, Möbeln, Bettzeug und anderen brennbaren Materialien einhalten.
- Direkt an eine geeignete Wandsteckdose anschließen.
- Keine Mehrfachsteckdose, Kabeltrommel oder ungeeignete Verlängerung verwenden.
- Das Gerät niemals abdecken oder zum Trocknen von Kleidung benutzen.
- Kinder und Haustiere fernhalten.
- Nur unter Aufsicht betreiben und vor dem Verlassen des Raums ausschalten.
- Nicht im Bad oder in feuchten Bereichen verwenden, sofern das Gerät dafür nicht ausdrücklich geeignet und korrekt installiert ist.
Mehrere leistungsstarke Heizgeräte können einen Stromkreis oder bei großflächigem Einsatz auch das Netz belasten. Wenn Sicherungen auslösen, Stecker oder Steckdose auffällig warm werden, es verschmort riecht oder das Gerät ungewöhnliche Geräusche macht, schalte es aus und lasse die Ursache fachlich prüfen.
Ein konkretes Elektroheizgerät passt nicht automatisch zu jeder Wohnung, Steckdose oder Stromversorgung. Deshalb enthält dieser Ratgeber keinen pauschalen Affiliate-Tipp für einen Heizlüfter. Prüfe im Zweifel mit Vermieter, Hausverwaltung oder Elektrofachkraft, welche vorübergehende Lösung in deiner Wohnung sicher betrieben werden kann.
Welche Heizlösungen solltest du in der Wohnung nicht verwenden?
Viele improvisierte Lösungen wirken einfach, können aber Brände, Verbrennungen oder eine Kohlenmonoxidvergiftung verursachen. Besonders gefährlich sind Geräte mit offener Flamme oder Verbrennung, die nicht für den Einsatz als Raumheizung vorgesehen sind.
- Holzkohle- und Gasgrills: Niemals in Wohnung, Keller, Garage oder einem geschlossenen Balkonraum betreiben oder auskühlen lassen.
- Campingkocher: Nicht als Raumheizung verwenden. Die Flamme, heiße Oberflächen und Verbrennungsgase sind gefährlich.
- Stromgeneratoren: Niemals in Innenräumen, Kellern, Garagen oder in der Nähe offener Fenster und Türen betreiben.
- Backofen oder Kochfeld: Nicht zum Heizen der Wohnung verwenden.
- Teelichtofen: Mehrere Kerzen liefern keine sichere Raumheizung und erhöhen die Brand- und Verbrennungsgefahr.
- Offene Flammen: Keine selbst gebauten Öfen, Feuerschalen oder Notfeuerstätten in Wohnräumen.
- Beschädigte Altgeräte: Alte Heizlüfter, Heizdecken oder Heizstrahler mit Schäden nicht verwenden.
Ein Brennstoffheizer, Petroleumofen oder Ethanolkamin ist nicht automatisch sicher, nur weil er verkauft wird. Wenn du bereits eine ausdrücklich für Innenräume zugelassene Feuerstätte besitzt, darf sie nur entsprechend Zulassung, Einbauvorgaben, Bedienungsanleitung, Lüftungsanforderungen und örtlichen Regeln betrieben werden. Eine neue Verbrennungsheizung sollte nicht spontan während eines Ausfalls improvisiert werden.
Ein CO-Warnmelder kann eine zusätzliche Schutzmaßnahme bei Feuerstätten sein, ersetzt aber weder einen sicheren Einbau noch Wartung, Lüftung und die richtige Bedienung.
Wie schützt du Wohnung und Heizungsrohre bei Minusgraden?
Bei einem längeren Heizungsausfall und starkem Frost können nicht nur Menschen, sondern auch Wasser- und Heizungsleitungen gefährdet sein. Wie schnell ein Risiko entsteht, hängt von Gebäude, Leitungsführung, Dämmung und Außentemperatur ab.
- Informiere Hausverwaltung oder Fachbetrieb frühzeitig über sinkende Temperaturen.
- Halte Türen zu deutlich kälteren Nebenräumen nur nach den Anweisungen der zuständigen Stelle offen oder geschlossen.
- Verändere keine zentralen Absperrungen oder Anlageneinstellungen auf eigene Faust.
- Taue eingefrorene Leitungen niemals mit offener Flamme, Gasbrenner oder ungeeignetem Heißluftgerät auf.
- Wenn eine Leitung bereits undicht ist, Abstand zu elektrischen Anlagen halten und sofort Hilfe organisieren.
- Folge bei einem längeren Ausfall den konkreten Anweisungen von Fachbetrieb, Vermieter oder Versorger.
Das vorsorgliche Entleeren einer Anlage ist eine fachliche Entscheidung. In einem Mehrfamilienhaus darf eine einzelne Wohnung nicht eigenmächtig in das gemeinsame Heizsystem eingreifen.
Welche Hilfsmittel sind bei Heizungsausfall sinnvoll?
Für einen kurzen Ausfall brauchst du keine Sammlung spezieller Notheizgeräte. Nützlicher sind einfache Dinge, mit denen du Temperatur und Luftfeuchtigkeit beobachtest und die eigene Körperwärme hältst.
1. Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen
Ein kleines Thermo-Hygrometer hilft dir, die tatsächliche Raumtemperatur zu beobachten und die Entwicklung zu dokumentieren. Die Luftfeuchtigkeit ist zusätzlich nützlich, weil kalte Räume und viel Feuchtigkeit Schimmel begünstigen können.
Das TFA Dostmann MOXX 30.5026.01 zeigt Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit an und speichert Höchst- und Tiefstwerte. Laut Hersteller reicht der Messbereich von 0 bis 50 °C sowie von 20 bis 99 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Das Gerät wird mit einer Knopfzelle betrieben und funktioniert daher auch bei Stromausfall.
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Stelle das Messgerät im Aufenthaltsbereich auf, nicht direkt ans Fenster, an eine Außenwand, auf einen Heizkörper oder in die Sonne. Für eine Dokumentation solltest du möglichst immer am gleichen Ort messen.
2. Körpernahe Wärme mit einer Wärmflasche
Wenn Strom, Herd oder Warmwasser noch funktionieren, kann eine Wärmflasche helfen, Hände, Füße oder den Bereich unter einer Decke zu wärmen. Sie erwärmt nicht den Raum und ist bei einem vollständigen Strom- und Warmwasserausfall nur eingeschränkt nützlich.
Ein schlichtes Beispiel ist die Fashy Wärmflasche 6440 mit 2,0 Litern. Der Hersteller warnt ausdrücklich vor Verbrennungen: kein kochendes Wasser verwenden, höchstens zu zwei Dritteln befüllen, vor jeder Nutzung auf Schäden und Dichtheit prüfen und längeren direkten Hautkontakt vermeiden.
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Nutze eine Wärmflasche nicht bei einer Person mit vermuteter Unterkühlung als aktive Erste-Hilfe-Maßnahme. Bei Kindern, hilflosen, kranken oder hautempfindlichen Personen sind Aufsicht und die Herstellerhinweise besonders wichtig.
3. Wärme mit einem Schlafsack halten
Ein Schlafsack erzeugt keine Wärme, hält aber die vom Körper abgegebene Wärme besser fest als eine einzelne dünne Decke. Er kann auch dann genutzt werden, wenn gleichzeitig der Strom ausfällt.
Der Deuter Orbit 0C/32F ist ein Kunstfaserschlafsack für die Übergangszeit. Laut Hersteller besitzt er eine rundum verteilte Kunstfaserfüllung, Wärmekragen und Kapuze. Prüfe vor dem Kauf Länge, Passform und die für dich passende Temperaturklasse. Normwerte eines Schlafsacks garantieren nicht, dass jede Person sich bei derselben Temperatur gleich warm fühlt.
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Wenn du bereits warme Decken, einen passenden Schlafsack und ein Thermometer besitzt, musst du nichts neu kaufen. Eine übersichtliche, griffbereite Ausstattung ist wichtiger als viele Spezialprodukte.
Was gilt, wenn gleichzeitig Strom oder Wasser ausfallen?
Viele Heizungsanlagen funktionieren ohne Strom nicht, auch wenn sie mit Gas, Öl oder Fernwärme betrieben werden. Steuerung, Umwälzpumpe oder Zündung können ausfallen. Bei einem Stromausfall solltest du leistungsstarke Elektroheizgeräte ausstecken, damit sie beim Wiedereinschalten nicht gleichzeitig anlaufen.
Ein längerer Stromausfall kann außerdem Licht, Internet, Mobilfunk, Warmwasser und je nach Gebäude auch die Wasserversorgung beeinträchtigen. Halte Taschenlampen, geladene Powerbanks, ein batteriebetriebenes Radio und wichtige Telefonnummern bereit.
Wenn zusätzlich kein Wasser mehr aus der Leitung kommt, findest du im Ratgeber Toilette spülen ohne Wasser: Was tun bei Wasserausfall? Hinweise zu Toilette, Hygiene und einer sicheren Unterscheidung zwischen Wasser- und Abwasserausfall.
Was sollten Mieter bei Heizungsausfall dokumentieren?
Ein Heizungsausfall ist ein Mangel, den du dem Vermieter beziehungsweise der Hausverwaltung unverzüglich anzeigen solltest. Eine telefonische Meldung ist schnell, eine zusätzliche Nachricht in Textform erleichtert später den Nachweis.
- Datum und Uhrzeit der ersten Feststellung
- Betroffene Räume und Heizkörper
- Gemessene Temperaturen mit Uhrzeit und Messort
- Ausfall von Warmwasser oder Strom
- Fehlercode oder Foto des Displays
- Zeitpunkt und Weg der Störungsmeldung
- Antworten, angekündigte Termine und Namen von Ansprechpartnern
- Besondere Umstände wie Babys, Pflegebedarf oder drohende Frostschäden
Für die zulässige Dauer eines Heizungsausfalls, eine Reparaturfrist oder die Höhe einer möglichen Mietminderung gibt es keine einfache Pauschalantwort. Außentemperatur, Raumtemperatur, Dauer, Umfang und Reaktion des Vermieters spielen eine Rolle.
Kürze die Miete nicht vorschnell anhand einer Tabelle aus dem Internet und beauftrage nicht ohne Prüfung auf eigene Kosten einen teuren Notdienst. Lass dich bei einem Konflikt individuell von Mieterverein, Verbraucherberatung oder einer Rechtsanwältin beziehungsweise einem Rechtsanwalt beraten. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.
„Seit heute, etwa 18:30 Uhr funktionieren in meiner Wohnung alle Heizkörper nicht. Auch das Warmwasser ist ausgefallen. Im Wohnzimmer habe ich um 19:00 Uhr 18,2 °C gemessen. Bitte bestätigen Sie den Eingang und teilen Sie mir mit, wann die Störung geprüft wird und welche Notfallnummer außerhalb der Geschäftszeiten gilt.“
Checkliste: Heizungsausfall im Winter
Die wichtigsten Schritte lassen sich auf eine kurze Liste reduzieren. Du kannst sie auch vor dem Winter durchgehen und fehlende Kontaktdaten ergänzen.
- Auf Gasgeruch, Rauch, CO-Alarm und austretendes Wasser achten.
- Prüfen, ob ein Heizkörper, die Wohnung oder das ganze Haus betroffen ist.
- Nachbarn oder Hausmeister fragen.
- Fehlercode notieren, aber die Anlage nicht öffnen.
- Vermieter, Hausverwaltung oder Fachbetrieb informieren.
- Raumtemperatur und Uhrzeit dokumentieren.
- Einen geeigneten Aufenthaltsraum wählen und Innentüren schließen.
- Warme, trockene Kleidung, Decken oder Schlafsack nutzen.
- Fenster nur kurz und weit öffnen statt dauerhaft zu kippen.
- Keine Grills, Campingkocher, Generatoren oder Teelichtöfen im Raum verwenden.
- Elektrische Heizgeräte nur sicher, direkt an der Wandsteckdose und unter Aufsicht betreiben.
- Für Babys, ältere oder kranke Menschen frühzeitig einen beheizten Ersatzort organisieren.
- Bei längerem Ausfall mögliche Frostschäden mit Hausverwaltung oder Fachbetrieb klären.
- Nach der Reparatur kontrollieren, ob alle Heizkörper normal arbeiten.
Fazit: Erst sicher handeln, dann Wärme bewahren
Wenn die Heizung im Winter ausfällt, musst du nicht sofort eine improvisierte Ersatzheizung bauen. Prüfe zunächst Warnzeichen und den Umfang der Störung, melde den Defekt und beobachte die Raumtemperatur.
Für die ersten Stunden helfen geschlossene Innentüren, ein gemeinsamer Aufenthaltsraum, warme Kleidung, Decken und ein Schlafsack. Kurzes Stoßlüften bleibt wichtig. Ein elektrisches Heizgerät kommt nur infrage, wenn Stromversorgung, Steckdose, Aufstellung und Beaufsichtigung sicher sind.
Grills, Campingkocher, Teelichtöfen, Backöfen und nicht geeignete Verbrennungsgeräte gehören nicht zu den sicheren Lösungen. Wenn die Wohnung weiter auskühlt oder besonders gefährdete Menschen betroffen sind, ist ein beheizter Ersatzort die vernünftigere Wahl.
FAQ: Häufige Fragen bei Heizungsausfall
Weiterführende Artikel
- Wasservorrat anlegen: Wie viel Wasser zuhause sinnvoll ist
- Notvorrat für zuhause: Eine einfache Liste für 3 Tage
Quellen und fachliche Orientierung
Die Sicherheits- und Vorsorgehinweise orientieren sich an Informationen öffentlicher Stellen und Fachorganisationen. Produktangaben stammen von den jeweiligen Herstellern. Die Amazon-Produkte wurden für diesen Beitrag nicht selbst getestet.
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen
- DVGW: Was tun bei Gasgeruch?
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Kohlenmonoxid – unsichtbare Gefahr beim Heizen
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Grillen mit Holzkohle im Haus ist lebensgefährlich
- Deutscher Feuerwehrverband: Erhöhte Brandgefahr durch alternative Heizmethoden
- VDE: Elektrogeräte im Alltag sicher betreiben
- Bundesministerium der Justiz: § 536c BGB zur Mängelanzeige
- gesund.bund.de: Nummern für den Notfall
- Deutsches Rotes Kreuz: Unterkühlung erkennen und Erste Hilfe leisten
- TFA Dostmann: Produktinformationen zum MOXX 30.5026
- Fashy: Produkt- und Sicherheitshinweise zur 2,0-Liter-Wärmflasche
- Deuter: Produktinformationen zum Orbit 0C/32F